HC Fraureuth Männer 26 - 24 HSG Rottluff/Lok Chemnitz

9. April 2022 - 17:00 at Erich-Glowatzky-Halle Fraureuth

Knapper Kampfsieg gegen den Tabellenletzten

HC Fraureuth                    –              HSG Rottluff/Lok Chemnitz II                                              26 : 24   (12:12)

Zwei Mal in Folge traf man auf den aktuellen Tabellenletzten. In der Vorwoche konnte man sein wahres Können nicht unter Beweis stellen und ließ letztlich einen Punkt in Chemnitz liegen. Dies hatte wiederum zur Folge, dass die HSG Rottluff/Lok Chemnitz II auf den letzten Platz abrutschte. Genau eine Woche später empfing man somit wieder den vermeintlich Schwächsten der Liga. Aber das mit diversen Spieler aus der Sachsenliga optimierte Team spielte nicht wirklich wie ein Schlusslicht auf. Im Gegenteil sie verlangten den Hausherren alles ab und am Ende siegte man nach hartem Kampf nur knapp mit 26:24.

Aber alles von vorn. Das treue Fraureuther Publikum war wieder zahlreich in die EGLO-Halle gekommen und nach dem letzten Heimspiel auch sehr erwartungsvoll. Die Chemnitzer kämpfen aktuell im Abstiegskampf um jeden Punkt. Somit war es nicht verwunderlich, dass sie mit Tim Drechsler, Tim Esche und Luca Thieme u.a. ihre zwei besten Torschützen der Sachsenliga mit im Kader dabei hatten. In den Anfangsminuten kämpften die Hausherren sichtlich eher mit ihren Nerven als mit den Gästen. Folgerichtig führten die Chemnitzer zunächst schnell mit 0:2. Nach 4:28min gelang es Linksaußen Axel Bauer endlich das erste Mal den Ball im Tor der Gäste unterzubringen. Nun war die Mannschaft wach gerüttelt. Die Abwehr fand mehr und mehr ins Spiel und schrittweise bekam man auch die sehr agilen Chemnitzer besser in den Griff. Zwar blieb das Angriffsspiel immer noch sehr bruchstückhaft, aber zumindest traf man jetzt besser das Chemnitzer Tor. Nach 10 Minuten war der Rückstand in eine 2-Tore Führung 5:3 verwandelt. Eigentlich sollte dies Sicherheit geben und dem Team den notwendige Auftrieb geben. Allerdings war das offensive Angriffswirken bis dato so fragil, dass in dieser Phase selbst 2 Strafwürfe nicht genutzt werden konnten. Die Gäste wiederum nutzten dies und glichen beim 7:7 bereits wieder aus. Bis zur Pause blieb es ein Spiel auf Augenhöhe. Die Fraureuther legten vor und die Chemnitzer glichen postwendend aus. Beim gerechten 12:12 wurden dann die Seiten gewechselt.

Auch nach der Pause änderte sich vorerst nichts grundlegend am Spielgeschehen. Beide Teams agierten weiterhin auf Augenhöhe und der tabellarische Unterschied war bis dato in keiner Weise zu sehen. Bis zur 40zigsten Spielminute wechselte die Führung hin und her. Anschließend zeigten die Fraureuther für etwa sechs Minuten, dass man Handball auch mit Bewegung und Spielwitz spielen kann. In dieser Phase agierte das Team endlich als Mannschaft. Mit beweglichem Angriffsspiel kam man nun plötzlich zu sehenswerten Chancen und mit 5 Toren in Folge erspielte man sich die entscheidende 21:16-Führung (46:17min). Leider dauerte dies nicht sehr lange an und der Vorsprung konnte nicht weiter ausgebaut werden. Aber nun liefen die Gäste dem Ergebnis hinterher. Bis zweieinhalb Minuten vor Ultimo konnte die Führung dann auch bei 4 Toren (25:21) gehalten werden. Nachdem Tim Esche nach seinem neunten Treffer zum 25:22 Marco Kleinfeld mit beiden Händen umstieß und daraufhin mit der roten Karte bestraft wurde. Sollte dies eigentlich ohne Probleme reichen, das Spiel locker zu Ende zu spielen. Leider ließ man in diesem Moment die nötige Cleverness vermissen, wodurch es fast noch einmal spannend wurde. Die Chemnitzer konnten jedoch nur noch auf maximal 2 Tore (25:23) herankommen. Albert Finkenwirth machte dann 40 Sekunden vor Schluss mit seinem fünften Treffer den Deckel zum 26:23 darauf.

Nach dem unglücklichen Punktverlust in der Vorwoche hatte man gegen den Tabellenletzten HSG Rottluff/Lok Chemnitz II mehr Mühe als erwartet. „Die Chemnitzer waren heute sicher auch durch die Mitnahmen von den Sachsenliga-Spielern über lange Zeit auf Augenhöhe. Dies darf für uns aber kein Grund für unser schwache Angriffsspiel sein. In der entscheidenden Phase haben wir in sechs starken Minuten deutlich gezeigt, dass wir mit der nötigen Bewegung sehenswerten Handball spielen können.“, war Trainer Gerd Jüngling mit seinem Resümee hin und her gerissen. „Für Axel Bauer freut es mich besonders. Er geht nach 3 erfolglosen Schützen ohne Bedenken zum Siebenmeter-Punkt und zeigt anschließend überhaupt keine Nerven. Dies spiegelt sein aktuell gehobenes Selbstvertrauen wieder.“ Neben seinen vier souveränen Würfen vom Punkt verwandelt er noch 4 weitere im Chemnitzer Tor, womit er mit 8 Treffern erfolgreichster Fraureuther Torschütze wurde.  Abschließend hatte Coach Jüngling bereits die nächste Partie im Kopf: „In den kommenden zwei Wochen müssen wir unbedingt an unserem Angriffsspiel arbeiten. Wir benötigen auf jeden Fall mehr Bewegung und Spielwitz, um im heißen Kreisderby gegen den SV Sachsen 90 Werdau die Oberhand behalten zu können.“

Albert, Zschüttig     –    A. Bauer (8/3), J. Bauer, Finkenwirth (5), Fischer (1), Kleinfeld (5), Kolath, Ludwig (3), F. Raimer (4), Schlesier, Walther