SV Sachsen 90 Werdau 34 - 31 HC Fraureuth Männer

23. April 2022 - 16:00 at SH Gymnasium Werdau

Verdiente Derbyniederlage nach indiskutabler Leistung

SV Sachsen 90 Werdau                 –              HC Fraureuth                                    34 : 31    (16:10)

Nach dem Osterwochenende stand das von beiden Seiten lang ersehnte Derby auf dem Programm. Vor dem Spiel hatte man auf Fraureuther Seite noch mit einem Platz an der Spitze geliebäugelt. Nach der desaströsen Leistung im Derby gegen die abstiegsbedrohten Werdauer muss man sich von diesem Traum verabschieden. Vielmehr ist es zwingend notwendig, sich über die gezeigte Einstellung in allen Mannschaftsteilen intensiv zu hinterfragen.

Albert Finkenwirth brachte den HC Fraureuth mit dem ersten Angriff in Führung. Allerdings glichen die Gastgeber in Person von Martin Heinrich postwendend aus. In der Folgezeit änderte sich vorerst nichts daran. Fraureuth ging stets in Führung und Werdau glich dies sofort wieder aus. Allerdings ließen die Fraureuther jetzt schon einige klare Chancen ungenutzt. Entweder man hatte mit technischen Problemen zu kämpfen oder man scheiterte am Werdauer Torhüter. Bis zur zwölften Spielminute schafften die Fraureuther dies noch kompensieren. Aber danach rächte es sich, dass man vor allem in der Abwehr zu lasch zu Werke ging. Immer wieder kamen die Hausherren zu einfachen Toren und der Rückstand wuchs mit jeder Minute. In der 20ten Spielminute war der Rückstand bereits auf 5 Tore (12:7) angewachsen. In den letzten 10 Minuten der ersten Hälfte konnte man sich ein wenig stabilisieren und somit wuchs der Vorsprung der Gastgeber nicht weiter an.

In der Kabine hatten man sich für die zweite Hälfte noch einiges vorgenommen. Schließlich ist man jederzeit in der Lage, eine derartigen Rückstand umzubiegen. Leider änderte sich das Fraureuther Spiel nicht wirklich. In der Abwehr agierte man immer noch viel zu behäbig und uneinig. Auch das Angriffsspiel wirkte total unentschlossen und ohne klares Konzept. Allerdings wurde das Spiel nun wesentlich ruppiger. Die Hausherren waren vollends entschlossen und ließen dies auch mit ihrem körperlichen Spiel die Fraureuther spüren. Nun verlor man komplett den Bezug zum Spiel. Immer wieder scheiterte man leichtfertig am Werdauer Torhüter. Mit jeden Fehlwurf schwand das letzte Fünkchen an Vertrauen der Fraureuther Spieler. Parallel dazu verlor die Abwehrformation total die Ordnung. Die Werdauer nutzten dies konsequent aus und in der 42ten Spielminute lag man mit 9 Toren (28:19) hoffnungslos zurück. Im Angesicht der drohenden Niederlage fingen die Fraureuther auf einmal an Handball zu spielen. In der Abwehr ging man nun ein wenig konzentrierter zu Werke und mit langsam zurück kommenden Selbstvertrauen kam der Angriff auch Schritt für Schritt in Schwung. Mit 6 Toren in Folge war man zehn Minuten vor Schluss beim 28:25 wieder fast im Rennen. Leichte Fehler und eine immer noch andauernde Ladehemmung ließen den Rückstand jedoch wieder auf 6 Tore (32:26) anwachsen. Mit dem Rücken zur Wand kämpften die Fraureuther noch ein letztes Mal und 47 Sekunde vor Ultimo gelang Marco Kleinfeld mit seinem sechsten Treffer der Anschluss zum 33:31. Nun setzte man alles auf eine Karte und versuchte mit einer offensiven Manndeckung einen schnellen Ballgewinn zu erreichen. Aber selbst mit einem Mann mehr auf der Platte konnten die Fraureuther dies nicht gut genug umsetzen. Somit war der 34te Treffer der Werdauer der Schlusspunkt in dieser Partie.

Schlussendlich hat man über die komplette Partie nie zum Spiel gefunden. Weder die Einstellung in der Abwehr noch die Angriffsordnung waren an diesem Tag auf Fraureuther Seite nur annähernd Bezirksliga-Niveau. Bereits am kommenden Sonntag hat man jedoch die Chance zu zeigen, dass diese Leistung nicht das normale Leistungsvermögen des HC Fraureuth war. Allerdings kommt hierfür mit dem aktuellen Tabellenvierten gleich ein harten Brocken in die heimische Erich-Glowatzky-Halle.

Albert,  Zschüttig    –   A. Bauer (2), J. Bauer, Finkenwirth (10/1), Fischer (2), Kleinfeld (6/1), Köstler (3), Kolath, Ludwig (1), F. Raimer (3), Schlesier (1), Walther (3)