HSG Neudorf/Döbeln – HC Fraureuth 33 : 33 (15:17)
Die Zuschauer in der Döbelner Stadtsporthalle erlebten am Sonntagabend ein Handballspiel, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Die HSG Neudorf/Döbeln und der HC Fraureuth trennten sich nach 60 intensiven Minuten 33:33 – ein Ergebnis, das den Spielverlauf treffend widerspiegelt: Fraureuth dominierte lange, die HSG kämpfte sich mit beeindruckender Moral zurück.
Fraureuth startet furios – Bauer und Finkenwirth kaum zu stoppen
Die Gäste erwischten den deutlich besseren Start. Angeführt von einem gut aufgelegten Axel Bauer, der allein in der Anfangsphase vier Treffer erzielte, setzte sich der HCF schnell auf 3:8 ab. Mit gut überlegtem Angriffsspiel und einem sehr engagierten Abwehrverbund hatte die Fraureuther die Partie praktisch im Griff. Die Hausherren brauchten fast 20 Minuten, um ins Spiel zu finden. Vor allem Tobias Sperling fand in dieser Phase immer wieder die Lücke in der Gäste Deckung. In die Halbzeitpause gingen die HCFler schlussendlich leider nur mit einer knappen 15:17-Führung.
Zweite Halbzeit: Ein Spiel der Läufe
Nach dem Seitenwechsel blieb Fraureuth zunächst tonangebend. Immer wieder fanden die Gäste Lösungen über den Rückraum oder die Außen. Besonders Marco Kleinfeld (7 Tore) und Bennet Ketterl (6 Tore) setzten wichtige Akzente. Leider ließen die Fraureuther immer wieder klarste Möglichkeiten liegen und ließen somit die Hausherren im Spiel, denn die HSG gab sich zu keiner Zeit geschlagen. Vor allem Lucas Greim übernahm immer wieder Verantwortung und avancierte mit zehn Treffern zum besten Werfer der Partie.
Schlussphase: Emotionen, Zeitstrafen und ein Herzschlagfinale
Die letzten zehn Minuten hatten alles, was ein packendes Verbandsligaspiel ausmacht: Führungswechsel, Zeitstrafen und hitzige Auszeiten. Fraureuth schien beim 28:30 (53.) auf der Siegerstraße, doch die HSG drehte das Momentum. Trumpold und Greim sorgten für die erste Führung seit der Anfangsphase – 32:30 (57.). Doch der HCF zeigte seinerseits Moral: Finkenwirth und Ketterl glichen erneut aus, bevor Wagner 53 Sekunden vor Schluss das 33:32 erzielte. Der letzte Angriff gehörte jedoch den Gästen – und Kleinfeld traf mit der Schlusssirene zum viel umjubelten 33:33.
Fazit
Ein gerechtes Unentschieden nach einem Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Fraureuth überzeugte lange durch Struktur und Effektivität, während die HSG mit Kampfgeist und einem starken Publikum zurück ins Spiel fand. „Schlussendlich haben wir heute erneut in der Crunchtime nicht clever genug agiert, ansonsten hätten wir 2 Punkte mit nach Fraureuth genommen. Aber mit dem Treffer kurz vor Schluss ist es natürlich am Ende ein durchaus glücklicher Punktgewinn.“, war Trainer Gerd Jüngling etwas unschlüssig über das Resultat. [GJ]
Kolath, B. Raimer, Zschüttig – A. Bauer (5), Finkenwirth (7/3), Jüngling (1), Ketterl (6), Kleinfeld (7), Ludwig (2), F. Raimer, Saller, Sander (1), Schlesier (4), Warnke
